Facts zum Lernfestival in Winterthur

Die Idee des Lernfestivals

Lernfestivals werden seit 1996 in der ganzen Welt durchgeführt und stehen weltweit unter dem Patronat der UNESCO. Sie richten sich an Jugendliche und Erwachsene und verstehen sich als Plattform für lebenslanges Lernen (Lifelong Learning). Lernfestivals regen zum Ausprobieren an und setzen das lebenslange Lernen emotional um.

Durch Lernfestivals werden die öffentliche Hand, die Privatwirtschaft, Bildungsanbieter und Lerninteressierte motiviert, sich zu Interessensgruppen zusammenzuschliessen und so den Zugang zu lebenslangem Lernen zu fördern.

 

Entstehung Lernfestival-Winterthur

Das Lernfestival-Winterthur wurde im September 2011, als Teil einer nationalen Kampagne für das Lebenslange Lernen, welche vom SVEB (Schweizerischer Verband für die Weiterbildung) lanciert wurde, hier in Winterthur von Barbara Rothlin und Michael Sobczak zum ersten Mal organisiert und durchgeführt. Zusammen mit einem Netzwerk von engagierten Weiterbildungsanbieter/innen kommt Jahr für Jahr ein spannendes Programm mit kostenlosen Lernerlebnissen zustande. Dies ist Dank des grossen Engagement der Kursleiterinnen und Kursleiter möglich die ihr Wissen an diesem Tag gratis weitergeben. Im Vordergrund steht die Freude am Lernen sowohl bei den Teilnehmer/innen wie auch bei den Workshop-Anbieter/innen.

 

Zielpublikum vom Lernfestival

Das Lernfestival setzt sich zum Ziel eine breite Bevölkerungsschicht anzusprechen, es ist ein spannendes Lernabenteuer, es ermöglicht Begegnungen, es macht neugierig, es erweitert Horizonte, es regt an die Freude am Lernen lebenslang beizubehalten. In der heutigen Zeit ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben. Das Lernfestival zeigt auf, dass es nebst der obligatorischen Schulbildung und der beruflichen Weiterbildung ein vielfältiges Angebot an persönlicher Weiterbildung gibt. Die Teilnehmer/innen erhalten neue und positive Impulse. Die Zielgruppen variieren je nach Workshop. Von der teilnehmenden Familie bis hin zu 80-jährigen Interessierten ist das Spektrum sehr gross und zeigt, dass es für das Lernen keine Altersgrenze gibt. Das wichtigste dabei ist, dass ein gesundes Mass an Neugierde vorhanden ist. Passend dazu das folgende Zitat von Albert Einstein: «Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig».


AUFBRUCH – das Lernfestival-Winterthur wird selbständig!

Mit dem Thema «AUFBRUCH», welches passend zur Veränderung des Lernfestivals steht, wird das Lernfestival-Winterthur im 2017 zum ersten Mal eigenständig durch Barbara Rothlin und Michael Sobczak (YOCO Your Communication GmbH) organisiert. 

Weil keine weitere finanzielle Unterstützung vom Bund zugesprochen wurde, wird das Lernfestival auf nationaler Ebene leider nicht mehr vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB weitergeführt. In Winterthur hat sich das Lernfestival in den sechs Jahren sehr gut etabliert, so dass es schade wäre, dieses nicht mehr durchzuführen. Dank grosszügiger Unterstützung von Sponsoren und Gönnern sowie dem grossen Engagement der Kursleiterinnen und Kursleiter ist es gelungen, das Lernfestival eigenständig weiter zu führen.


Dieses Festival motiviert zum Lernen | zueriost

Auszug aus dem Interview von Christian Saggese mit Barbara Rothlin, 6. September 2018

 

Wer nach der Schulzeit nichts mehr lernen will, verpasst viel vom Leben. Das beweist das Lernfestival Winterthur am 14./15. September 2018. 60 Angebote laden dazu ein, den eigenen Horizont zu erweitern. Ins Leben gerufen wurde der Event von Barbara Rothlin, die das Lernfestival noch immer organisiert.

 

Welchen Stellenwert hat „lernen“ für Sie persönlich?

Für mich persönlich ist das Lernen ein lebenslanger Prozess. Wir haben zum Glück hier in der Schweiz das Privileg frei zu wählen was wir tun wollen und können uns jederzeit umschulen und weiterbilden. Auch ich habe diese Möglichkeit ergriffen und habe vor 16 Jahren eine berufsbegleitende vierjährige Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht, welche mir ganz viel Neues eröffnet. 

 

Was war die Motivation, im September 2011 das Lernfestival Winterthur ins Leben zu rufen?

Als Agentur durften wir im Auftrag des SVEB (Schweizerischer Verband für die Weiterbildung) das Lernfestival werbetechnisch bereits seit 2005 begleiten. Als wir 2007 nach Winterthur zogen, entstand der Wunsch mich in der Stadt zu engagieren. Bei den Eröffnungsfeiern des Lernfestivals empfand ich es als sehr schade, dass Winterthur als «Bildungsstadt» nicht mit dabei war. Ich aktivierte mein Netzwerk in Winterthur und startete im 2011 das Lernfestival mit doch schon 32 Workshops. Was mich besonders freut ist, dass heute noch Anbieter/innen dabei sind, die schon im 2011 zusammen mit mir das Lernfestival in Winterthur ins Leben gerufen haben.

 

Welche Idee steckt hinter dem Festival?

Die Idee des Lernfestival geht zurück ins Jahr 1994 als in England zum ersten Mal die Adult Learners’ Weeks durchgeführt wurden. In den folgenden Jahren wurde die Sensibilisierungskampagne für das lebenslange Lernen in über 50 Ländern weiter geführt und auch in der Schweiz etabliert. Das Festival bringt das Lernen zu den Menschen und vernetzt Bildungsanbieter, Arbeitsmarkt und Politik. Beim Lernfestival in Winterthur geht es darum, die Freude am lebenslangen Lernen zu feiern – während 24 Stunden – mit kostenlosen Lernerlebnissen.

  

Für wen ist das Lernfestival geeignet und gedacht?

Das Lernfestival soll restlos alle Menschen ansprechen, Jung bis Alt, die Freude haben etwas Neues zu lernen, oder etwas Bekanntes aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es bietet die Gelegenheit ganz ungezwungen in Themen hinein zu schnuppern, die neugierig machen. Weil die Workshops unverbindlich besucht werden können, sinkt die Hemmschwelle sich einem Thema anzunähern, welches einem bisher nicht vertraut ist. Viele nutzen die Möglichkeit in dieser kurzen Zeit möglichst viele Lernerlebnissen auszutesten.


NACHRUF: Goodbye Ruth Jermann

Die frühere stellvertretende Direktorin des SVEB Schweizerischer Verband für Weiterbildung und Leiterin des Lernfestival auf nationaler Ebene, Ruth Jermann, ist am 17. März 2019 im Alter von 70 Jahren verstorben. Ruth Jermann war von 1998 bis 2015 mit grossem Engagement für den SVEB tätig. Kurz nach ihrer Pensionierung erkrankte sie an Krebs, hielt aber trotz der Diagnose an ihrem Optimismus und ihrem Tatendrang fest. Am 17. März hat sie den Kampf gegen die Krankheit verloren. Als stellvertretende Direktorin hat Ruth Jermann an der Seite von Direktor André Schläfli die Entwicklung des Verbandes von 2006 bis 2012 massgeblich mitgestaltet. Ihre Vision war ein starker, zukunftsgerichteter und international vernetzter SVEB.

 

Vor gut 10 Jahren war es Ruth Jermann, die uns (Barbara Rothlin & Michael Sobczak) motivierte, in Winterthur ein Lernfestival zu starten. Sie war sozusagen die Mutter des Lernfestivals in der Schweiz. Als Agentur durften wir das Lernfestival auf nationaler Ebene seit 2005 werbetechnisch begleiten. Bei der Eröffnungsfeier des Lernfestivals 2010 haben wir zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, das Lernfestival in Winterthur zu organisieren. Ruth Jermann hat uns mit ganz viel gutem Zuspruch und ihren vielen tollen Ideen dabei unterstützt, so dass im 2011 unser erstes Lernfestival in Winterthur zustande kam. Mittlerweilen gibt es das Lernfestival auf nationaler Ebene leider nicht mehr, aber hier in Winterthur hat es überlebt und ist eigenständig geworden, ganz nach dem Motto von Ruth Jermann – yes, we can. Wir wissen, dass es Ruth Jermann mit Stolz und Freude erfüllt hat, dass ein Teil von dem was sie über Jahrzehnte in der Schweiz aufgebaut und im Austausch mit diversen EU-Staaten weiterentwickelt hatte, hier in Winterthur weiterlebt. Liebe Ruth, wir machen weiter mit «deinem» Lernfestival – DU und die vielen kreativen Ideen fehlen uns sehr. Barbara Rothlin & Michael Sobczak, Organisation LF Winterthur